Frau Fechter, was rechnen Sie sich für die OB-Wahl aus?
Ich will natürlich gewinnen, aber ich werde mich jetzt nicht auf eine Zahl festlegen. Es wird mir gelingen, den Protest gegen Fluglärm in die Wahllokale zu tragen. Ich werde ein gutes Ergebnis erzielen, und das wird dann auch ein Signal an das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig sein, das ja im März über den Ausbau entscheiden wird.
Haben Sie denn den Eindruck, dass der Fluglärm das beherrschende Thema im OB-Wahlkampf ist?
Ja, das erlebe ich jeden Tag so. Man sieht es ja auch daran, wie sich meine Mitbewerber positionieren und urplötzlich ihre Meinung ändern. Boris Rhein ist plötzlich für ein Nachtflugverbot, obwohl die Landesregierung, der er angehört, dagegen klagt. Auch Peter Feldmann war ein Befürworter der Landebahn, und Rosemarie Heilig hat sich auch nicht für eine Stilllegung der Bahn ausgesprochen, bevor sie OB-Kandidatin wurde. Ich hingegen habe meine Position in dieser Frage nie geändert.
Aber machen Sie Ihren Wählern nicht etwas vor. Sie hätten als Oberbürgermeisterin doch gar nicht die Macht, die Landebahn zu schließen?
Das stimmt, umsetzen können das nur die Gerichte oder die Landesregierung. Aber ich kann ganz deutlich Position beziehen. Das verspreche ich. Und das Votum des Frankfurter Stadtoberhaupts ist schon bedeutsam. Frankfurt ist neben Flörsheim eine der Kommunen, die besonders unter dem Flugverkehr zu leiden haben. Und ich meine nicht nur den Lärm, sondern auch die Schadstoffbelastung.
Sie machen nur mit einem Thema Wahlkampf. Ist das nicht zu wenig für eine Politikerin, die Oberbürgermeisterin werden will?
Das stimmt ja so nicht. Ich habe ein ausführliches Programm, das jeder im Internet nachlesen kann. Und ich saß bereits zehn Jahre im Magistrat. Keiner meiner Konkurrenten hat eine so große Erfahrung in der Verwaltung.
Sie haben die Frankfurter Rundschau scharf kritisiert…
Sie haben eine Umfrage zur OB-Wahl gemacht und nicht nach mir gefragt. Ich fühle mich von Ihnen unfair behandelt.
Wir konnten nicht nach allen Bewerbern fragen und haben nur die namentlich aufgenommen, deren Parteien im Römer vertreten sind. Das ist die FAG nicht.
Ich bin aber die einzige glaubhafte Vertreterin, die von Anfang an die Stilllegung der Bahn gefordert hat und hätte dabei sein müssen. In Ihrer Online-Umfrage lag ich auf gleicher Höhe mit Boris Rhein.
Wer wird die OB-Wahl gewinnen?
Das lässt sich überhaupt nicht vorhersagen. Aber eines ist für mich klar: Es wird eine Stichwahl geben.
Das Interview führte Georg Leppert

